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Den Osten der Städte entdecken

17.01.2019

Warum verbinden wir mit dem Begriff „Westend“ oftmals eine eher vornehmere Wohngegend? Und weshalb klingt „Ostend“ eigentlich immer irgendwie ein wenig rustikaler? Ein interessantes anstehendes Wohnbauprojekt im Osten der Stadt Frankfurt hat uns veranlasst, einmal genauer hinzuschauen.

In nahezu allen größeren Städten suchen Stadtplaner und Projektentwickler nach neuen Möglichkeiten, innerstädtischen Wohnraum zu schaffen. Seit Jahren wird vielerorts nach­verdichtet, umgewandelt und neue Standorte erschlossen. Erfolgreiche Wohnbauprojekte im Osten von Städten gehören auch dazu.

Das Ostend – meist klug geplant

Ein Blick in die städteplanerische Historie zeigt, dass in den Zeiten der Industrialisierung die Ansiedlung von Fabriken insbesondere im Osten von Städten erfolgte. Aber warum eigent­lich im Osten? Nun, meist herrscht bei uns eine Wetterlage mit Wind, der aus westlicher Richtung kommt. Siedelte man die neue Industrie im Osten an, dann wehte der Wind die industrielle Abluft nicht über, sondern aus der Stadt. Als weitestgehend emissionsfreier Standort erhielt der Westteil der Stadt dadurch eine höhere Attraktivität. Der Osten hingegen entwickelte sich meist zum Industriestandort und zum eher unattraktiven und damit günstigerem Wohnstandort.

Hintergrund war also eine wirklich kluge Planung. Mit Ausweitung der Städte und dem Wegfall von Industrieanlagen hat diese Planungsgrundlage heute kaum noch Bedeutung. Denn heutzutage bemerken wir die unmittelbaren Auswirkungen der Westwindlage meist nur noch im Luftverkehr. Flüge von Osten nach Westen dauern länger als umgekehrt.

Heute: Hippe und solide Standorte

Die früher eher verschmähten Standorte haben sich mittler­weile zu begehrten inner­städtischen Lagen gewandelt. In den letzten Jahrzehnten entwickelte sich beispiels­weise der Frankfurter Osten zum In-Viertel. Zuerst erober­ten Szeneclubs den Standort rund um die Hanauer Land­straße. Später wandelten junge Agenturen, Internet-Start-ups und Architekturbüros die Hanauer Landstraße zur neuen Trendstraße Frankfurts. Den letzten großen Schub erhielt das Gebiet durch die Ansiedlung der Europäischen Zentralbank, die als neuer städtebaulicher Magnet ein nicht übersehbares Zeichen setzt.

Beispiel Frankfurter Ostend – bestens angebunden

Am Beispiel Frankfurt zeigt sich aber auch, wie viel Potenzial der städtische Osten schon heute bietet. Infrastrukturell ist der Standort hervorragend ausgestattet. Die Anbindung ist mit Regional- und S-Bahnen, U-Bahnen, Straßenbahnen, Bussen und Autobahnanschlüssen wirklich gut. Zudem sind Flanieren oder Joggen am Main, der Besuch im Zoo oder im Theater nur einige von vielen Freizeit- und Erholungsangeboten. Die Fülle unterschiedlicher Restaurants und das breite Angebot von Einkaufsmöglichkeiten begeistern uns immer wieder. Es scheint uns fast so, als ob sich der Frankfurter Osten in den letzten Jahrzehnten leise und nachhaltig zu einem lebenswerten Standort entwickelt hat.

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