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22.08.2018 | Mattheußer News

1-Zimmerwohnung - die richtige Kaufentscheidung bei der Eigennutzung?

Oftmals suchen Käufer von Eigentumswohnungen eine ETW als Anlageform, um sie später vielleicht auch selbst zu nutzen. Oder ein Kind soll das Apartment erst einmal beziehen und man schaut nach einigen Jahren in der Familie, wie es dann mit der Wohnung weitergehen soll. Doch welche Größe bietet sich hier an? Kleine Apartments und Studios haben durchaus ihre Vorteile. Davon ist heute hier die Rede.

Stellen Sie sich vor, Sie putzen Ihre Wohnung auf das Gründlichste und sind bereits nach 20 Minuten fertig. Zugegeben: Die Zeitersparnis bei der Hausarbeit ist nicht der Hauptgrund, warum die Nachfrage nach 1-Zimmer-Apartments kontinuierlich wächst. Wenn es sich zentral und komfortabel wohnen lässt, darf die Fläche durchaus überschaubar ausfallen. Das sagen sich auch vermehrt Pendler und ältere Menschen, die Wert auf finanzierbare City-Standorte legen.


1-Zimmerwohnung für alle Lebenslagen


Aus den Nutzungsmotiven für kleine Apartments lässt sich ein beinahe vollständiger Lebenszyklus ableiten: Von der Studentenbude über die Zweitwohnung am Arbeitsort bis zum Altersruhesitz. Je mehr Zielgruppen für eine Immobilie angesprochen werden können, desto größer sind die Vermarktungschancen.


Hält man sich dann noch vor Augen, dass der Ein-Personen-Haushalt die verbreitetste Wohnform in Deutschland ist, erscheint der Markt umso attraktiver. Rund 40 Prozent der Haushalte werden von Singles bewohnt. Einer Prognose des Statistischen Bundesamtes zufolge werden es bis zum Jahr 2030 etwa 44 Prozent sein. In Frankfurt am Main liegt sie bereits heute bei rund 50 Prozent – Tendenz: steigend.


Das große Potenzial wird auch dadurch deutlich, dass immer mehr Projektentwickler und Fondsgesellschaften auf 1-Zimmer-Konzepte setzen, wobei sich die Wohnungsgrößen meist im Bereich zwischen 20 bis 35 Quadratmetern bewegen.


Was bei der Vermietung von Mini-Apartments zu beachten ist


Häufig sind kleine Einheiten ertragreicher, weil sich quadratmeterbezogen höhere Mieten durchsetzen lassen als bei größeren Wohnungen. Wird temporär oder möbliert vermietet, ergibt sich der Umstand, dass weder Mietspiegel noch Mietpreisbremse Anwendung findet. Bonitätsbezogene Sicherheit lässt sich bei Studenten insbesondere durch elterliche Bürgschaften erzielen. Pendler und Geschäftsleute erhalten bisweilen von ihren Arbeitgebern Mietzuschüsse.


Renditeschmälernd können sich Leerstände und Renovierungskosten auswirken, weil Mini-Apartments in der Regel einer höheren Fluktuation unterworfen sind. In diesem Segment kommt es folglich umso mehr darauf an, für einen nachhaltig soliden Mieter zu sorgen. Eine attraktive Lage, moderne Ausstattungsdetails und gute Verkehrsanbindungen sind Dinge, mit denen man zusätzlich punkten kann.


Auch familiäre Situationen sollten in die Kaufüberlegung einbezogen werden. In welcher Shopping-Metropole will die Tochter studieren? Ließe sich der gut verdienende Sohn aus dem Hotel Mama locken? Könnte der verwitwete Vater sein Interesse am Landleben verloren haben? Die Fragen mögen einige Klischees bedienen, sind aber in finanzieller Hinsicht berechtigt. Wer vergünstigt an nahe Familienangehörige vermietet, kann die zu versteuernden Einnahmen reduzieren. Sofern die Miete mindestens 66 Prozent des ortsüblichen Satzes beträgt, gilt die Vermietung als vollentgeltlich. Daraus resultierende Werbungskosten können somit vollständig abgezogen werden.


„Tiny“-Konzept auch für Eigennutzer interessant


Das Mikro-Wohnen setzt sich auch bei Eigennutzern immer stärker durch. Viele Singles schätzen ein urbanes Umfeld. Innenstadtlagen haben eine höhere Nachfrage, was sich auch auf den Preis auswirkt. Die Selbstbeschränkung auf kleine Flächen macht die Finanzierung leichter. Dies gilt nicht nur für den Kauf, sondern auch für die Unterhaltskosten und dürfte auch für einen Wiederverkauf gelten.


Im wachsenden Interesse an Einzimmerwohnungen spiegelt sich zudem der vor allem bei jüngeren Menschen erkennbare Trend zur Konzentration auf das Wesentliche wider. Ein dickes Auto wird hier ebenso wenig als Statussymbol benötigt wie ein geräumiges Penthaus. Der aus den USA nach Deutschland geschwappte „Tiny House“-Trend findet damit seine Fortsetzung in der Eigentumswohnung. Und natürlich nimmt man dann auch gerne in Kauf, dass der Wohnungsputz nur noch 20 Minuten dauert. 

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